Die Lautstärkenskala (Dezibelskala)

Neben der horizontal liegenden Frequenzskala besitzt die Audiometrie die senkrecht liegende Lautstärken-(Schalldruck-)Skala. Die Maßeinheit ist Dezibel.

Sie reicht von unter 0 Dezibel bis 130 dB.

Sie beschreibt

die Fähigkeit des Hörorgans allerleiseste Töne (bis -20 dB) wahrzunehmen und

allerheftigste Lautstärke (=enormen Schalldruck) auszuhalten = 130 dB

Bild 58

Die Schallpegel der Testtöne der Audiometrie

Bild 59

Das Hörempfinden entspricht der wirklichen Gefahr für das Hörorgan

Die Fähigkeit des Hörorgans Schalldrücke auszuhalten, ist so groß, daß es nötig ist, eine logarithmische Scala zur Messung der Hörkapazität von Hörzellen einzuführen, da eine normale Scala dafür viel zu lang werden würde.

In die realen Verhältnisse übersetzt bedeutet dies folgendes:

Wird der Schall gemessen in dB um 3 dB mehr, bedeutet dies eine Verdoppelung des Schalldrucks.

Beispiel: Sie befinden sich in einem Raum mit einer Geräuschquelle (z.B. Maschine), welche eine Lautstärke von 70 dB hat. Stellen Sie in den gleichen Raum eine 2. Schallquelle, welche ebenfalls eine Lautstärke von 70 dB erzeugt, erhöht sich der gemessene dB-Wert nur um 3 dB von 70 auf 73 dB, obwohl sich der Schalldruck, welchem Ihre Hörorgane ausgesetzt sind, verdoppelt.

Der Schalldruck aber ist die entscheidende Kraft, welche wirklich und real in das Hörorgan im wahrsten Sinne des Wortes hineindrückt.

Bild 60

Schalldruck belastet das Innenohr Organ

Die senkrechte dB-Scala beschreibt damit die biologische Belastbarkeit des Innenohrorgans als Ganzes und der Hörzellen im Besonderen.

Biologische Belastbarkeit ist aber gleichzusetzen mit biologischer Qualität. Damit wird aus der Hörkurve die jeweils vorhandene, aktuelle biologische Qualität des Innenohrorgans angezeigt. D.h. liegt die Hörkurve über alle Frequenzen zwischen –20 und 0 dB besitzt das

gemessene Innenohrorgan in seiner Gesamtheit eine 100%ig biologische Qualität, d.h. es ist zu 100% gesund.

Jedes Absinken der Hörkurve unter diese 0 dB Linie bedeutet bereits eine Abnahme der biologischen Innenohrqualität.

Die Abnahme kommt in der Audiometrie dadurch zustande, daß die Lautstärke (der Schalldruck) des Testtons immer stärker werden muß, damit er vom geprüften Hörorgan wahrgenommen werden kann.

Beispiel: liegt die Hörkurve über alle Frequenzen nicht mehr bei 0 dB, sondern bei 20 dB beschreibt die Audiometrie sowohl den Verlust an biologischer Qualität (30 dB) , als auch die noch vorhandene biologische Qualität (der Bereich zwischen 20 dB und 120 dB).