Home Aktuelles Impressum / Kontakt Links Bücher Übersicht /Inhalt Das Lymphsystem des Innenohrs Über ein, diesen beiden Organen gemeinsames Flüssigkeitssystem, werden die auf das Innenohr einwirkenden Kräfte (Reize) zu den jeweiligen Sinneszellen geleitet. Beim Hörorgan sind dies die Hörzellen, beim Gleichgewichtsorgan die Gleichgewichtszellen. Im Detail besteht das Flüssigkeitssystem des Innenohrs aus hauchdünnen, eng aneinanderliegenden und von Epithelzellen gebildeten Schläuchen, den Endo- und Perilymphschläuchen. Sie sind prall gefüllt mit Lymphflüssigkeit der Endo- und Perilymphe. Der Perilymphschlauch liegt der knöchernen Schale des Innenohrs an. In ihm schwimmt der Endolymphschlauch, welcher die Sinneszellen sowohl des Hörorgans als auch die des Gleichgewichtsorgans beherbergt. Bild 6 - Längsschnitt des Lymphschlauchsystems des Innenohrs Bild 7 - Lymphschlauchsystem des Innenohrs Die Lymphflüssigkeiten, welche den Endo- und Perilymphschlauch prall ausfüllen, sind sehr salzreich. Das Salz (=der Hauptelektrolyt) der Endolymphe ist Kalium (K+), das Salz (= der Hauptelektrolyt) der Perilymphe ist Natrium (Na+). Bild 8 - Querschnitt der Hörschnecke Das Innenohrorgan ist damit ein „flüssiges Organ“, ähnlich einer Muschel. So wie diese von einer Schale geschützt und in Form gehalten wird, wird auch das „flüssig“ gestaltete Innenohrorgan von einer äußerst grazilen, knöchernen Schale umhüllt und geformt. Bemerkenswert ist dabei die Tatsache, daß hier auf kleinstem Raum zwei Salzlösungen von extrem unterschiedlicher Ionenkonzentration eng aneinanderliegen. Die Trennwand zwischen der kaliumreichen Endolymphe, welche die darin sich befindenden Hörzellen umspült, und der natriumreichen Perilymphe, die sog. Reisser’sche Membran, ist hauchdünn. Sie ist vielleicht sogar eine der dünnsten Organmembranen unseres ganzen Körpers und besteht nur aus einer einzigen Zellschicht. Wie allgemein bekannt ist, vermischen sich aufgrund osmotischer Gesetzmäßigkeiten Salzlösungen in kürzester Zeit zu einer einheitlich gemischten Salzlösung, wenn sie durch eine permeable (durchlässige) Trennwand getrennt sind. Nur wenn die Trennwand zwischen zwei unterschiedlich konzentrierten Lösungen nicht permeabel (nichtdurchlässig) ist, bleiben die Salzlösungen jede für sich in ihren jeweiligen Konzentrationen stabil und „sauber“ voneinander getrennt. Bild 9 1. Trennwand, z.B. Glas nicht permeabel (nicht durchlässig) für Natrium(Na+) und Kalium (K+) 2. Trennwand, z.B. ein Leintuch permeabel (durchlässig) für Natrium (Na+) und Kalium (K+) Die Trennwand zwischen kaliumreicher Endolymphe und natriumreicher Perilymphe in der Hörschnecke ist, wie gesagt, hauchdünn und sowohl für K+ als auch Na+ permeabel (durchlässig). Gleichzeitig aber ist es für die Funktion des Hörorgans (des Hörens) und des Gleichgewichtorgans extrem wichtig, daß die Salz-(Ionen)konzentrationen der Peri- und Endolymphe ständig (über Jahrzehnte hinweg) stabil (sauber, unvermischt) bleiben. Dies ist nur möglich, da das Innenohr ein lebendiges (organisches) System und kein totes System ist. Die Aufrechterhaltung der unterschiedlichen Ionenkonzentrationen der Endo- und Perilymphräume wird im lebenden Innenohrorgan durch die Zellen geleistet, welche diese Lymphschläuche bilden und auskleiden. Es sind dies sog. Epithelzellen. Sie müssen durch ständige Pumparbeit ihrer Ionenpumpen für die Konstanthaltung der extrem unterschiedlichen Ionenkonzentrationen sorgen. Die Ionen(Salz)pumpen der Epithelzellen befinden sich in deren Umhüllungen (Membranen). Ihre Arbeit ist für die Zellen sehr energieverbrauchend (ATP verbrauchend). Man geht davon aus, daß manche Zellen bis zu 80% ihrer gesamten Energieproduktion (ATP-Produktion) für die Versorgung ihrer Ionenpumpen benötigen. Bild 10         Bild 11 Schon der „Normalbetrieb“ des Innenohrorgans erfordert einen überdurchschnittlichen zellulären ATP-Verbrauch zur Aufrechterhaltung der unterschiedlichen Ionenkonzentrationen. Jede Überlastung durch zunehmende Schalldrücke und längerfristig anhaltende Lautstärke erhöht den ATP-Verbrauch (www.dr-wilden.de) . Die Kenntnis dieser anatomischen und physiologischen Eigenschaften des Innenohrs ist für den Einzelnen sehr wichtig. Denn daraus läßt sich das Verhalten des eigenen Innenohrorgans im Zustand seiner akuten oder chronischen Überforderung verstehen. Aus diesem Verstehen heraus entsteht wiederum die Fähigkeit und Bereitschaft, sich als von einer Innenohrüberforderung Betroffener selbst zu helfen und/oder sich vor einer akuten oder erneuten Überforderung seiner Innenohrorgane zu schützen. Für den Schutz des gesamten Innenohrorgans (Labyrinth und Cochlea zusammen) gegen Überlastungen und Schädigungen ist es absolut wichtig zu wissen, daß es allein vom Schalldruck und der Schallfrequenz, also von den auf das Ohr einwirkenden Lautstärke und deren Zeitdauer abhängt, wie groß die Belastungen sind, denen das Lymphsystem des Innen-ohrorgans ausgesetzt ist. Sind diese so groß, daß die an der Aufrechterhaltung der unterschiedlichen Ionen(Salz)-konzentrationen beteiligten Epithelzellen, welche die Lymphschläuche bilden und auskleiden, in ihrer Pumparbeit überfordert werden, entstehen im Flüssigkeitssystem des Innenohrs zunächst Veränderungen der Salzkonzentrationen. Die Folge dieser Veränderungen sind Volumenver-änderungen innerhalb der Lymphschläuche und damit Druckveränderungen. Letztere werden von uns als Druck im Ohr wahrgenommen. Druck im Ohr oder das Gefühl das Ohr sei „verschlagen“ wie wenn man einen Berg hinunterfährt oder auch ein Wattegefühl im Ohr, aber auch ein Gefühl wie Taubheit um das Ohr herum oder auch ein kurzfristiger Schmerz im Ohr oder hinter dem Ohr sind untrügliche Zeichen einer akuten Innenohrüberforderung. Sie sind die Symptome, welche wir dann empfinden, wenn das Innenohr aufgrund seiner biologischen Überforderung ein Oedem (eine Schwellung) entwickelt, wenn es „schwillt“. Neben dem Symptom Druck im Ohr kann eine Schwellung des Innenohrs auch ein Schwindelgefühl (Drehschwindel, Schwankschwindel, allgemeines Unsicherheitsgefühl) auslösen. Bild 12 So entsteht das Gefühl „Druck im Ohr“, aber auch Dreh- und Schwankschwindel Schalldruck (dB), Schallfrequenz (Hz) und Zeitdauer des Schalls bestimmen die Belastungen des Lymphsystems des Innenohrorgans. Bild 13 Durch Gehörschutz (Ohrstöpsel) wird der Druck auf das Lymphsystem des Innenohrs reduziert. Dies bedeutet eine wesentliche Entlastung des Innenohrs! Initiative -Die Initiative -Das Problem -Patientenbefragungen Anatomie und Funktion -Anatomischer Aufbau -Bedeutung des Innerohrs -Lymphsystem -Hörorgan -Sinnesorgran -Hörzellen -Gleichgewichtszellen -Sinneszellen -Mechanismen -Belastbarkeit -Notsignale -Die Gleichgewichtszelle -Notsignale der Zelle -Organtechnologie -Regenerationsfähigkeit Audiometrie -Luftleitung -Knochenleitung -Frequenzskala -Lautstärkeskala -Meßinstrumente -Innenohrqualität -Hörkurven Lärmforschung -Methoden -Untersuchungen -Forschung -Selbsttest -Natürliche Regeneration Druck im Ohr -Erste Hilfe -Audiometrie -Otosklerose -Akustikusneurinom Hyperakusis -Erste Hilfe -Hellhörigkeit -Audiometrie -Schwerhörigkeit -Selktive Hyperakusis Dysakusis -Erste Hilfe -Scherhörigkeit -Selektive Dysakusis -Audiometrie Akuter Hörsturz -Erste Hilfe -Audiometrie -Zustand nach Hörsturz Flukturierendes Ohr Tinnitus -Erste Hilfe -Audiometrie Schwindel Morbus Meniere -Erste Hilfe -Audiometrie Schwerhörigkeit -Hörgeräte bei Kindern Hinweise -Begleitsymptome -Praktische Hinweise -Alltagslautstärke -Abbildungen www.dasgesundeohr.de Initiative -Die Initiative -Das Problem -Patientenbefragungen Anatomie und Funktion -Anatomischer Aufbau -Bedeutung des Innerohrs -Lymphsystem -Hörorgan -Sinnesorgran -Hörzellen -Gleichgewichtszellen -Sinneszellen -Mechanismen -Belastbarkeit -Notsignale -Die Gleichgewichtszelle -Notsignale der Zelle -Organtechnologie -Regenerationsfähigkeit Audiometrie -Luftleitung -Knochenleitung -Frequenzskala -Lautstärkeskala -Meßinstrumente -Innenohrqualität -Hörkurven Lärmforschung -Methoden -Untersuchungen -Forschung -Selbsttest -Natürliche Regeneration Druck im Ohr -Erste Hilfe -Audiometrie -Otosklerose -Akustikusneurinom Hyperakusis -Erste Hilfe -Hellhörigkeit -Audiometrie -Schwerhörigkeit -Selktive Hyperakusis Dysakusis -Erste Hilfe -Scherhörigkeit -Selektive Dysakusis -Audiometrie Akuter Hörsturz -Erste Hilfe -Audiometrie -Zustand nach Hörsturz Flukturierendes Ohr Tinnitus -Erste Hilfe -Audiometrie Schwindel Morbus Meniere -Erste Hilfe -Audiometrie Schwerhörigkeit -Hörgeräte bei Kindern Hinweise -Begleitsymptome -Praktische Hinweise -Alltagslautstärke -Abbildungen